Megaphorbien

Jedes Frühjahr verwandelt sich dieser Ort in einen Miniaturdschungel. An den feuchten und spät schneebedeckten Hängen entfalten die Riesen-Krautwälder ihre ganze Üppigkeit.

In diesem wenig sonnigen Korridor sammelt sich der Schnee ab Dezember an, gespeist durch winterliche Schneeschmelze. Er bleibt viel länger liegen als in der Umgebung, manchmal bis April. Diese späte Schneedecke sorgt für eine hohe Luftfeuchtigkeit und reichert den Boden mit Nährstoffen an, dank des Abflusses, der Zersetzung der Blätter und des im Schnee gebundenen Stickstoffs.

Zu Beginn des Sommers strecken sich hohe krautige Pflanzen mit breiten Blättern dem Licht entgegen. Diese Wachstumskampfsieger bilden ein Megaphorbium, eine für kühle, feuchte und organisch reichhaltige Gebiete typische Pflanzengemeinschaft. Der schattigere Nordwesthang des Moléson beherbergt übrigens ausgedehnte Flächen davon.

Lawinen und Steinschläge verhindern das dauerhafte Wachstum von Bäumen und lassen diesen Pionierpflanzen freie Bahn. Sobald sie sich etabliert haben, bilden sie einen so dichten Bestand, dass sich keine Sträucher mehr entwickeln können.

Dezember bis April
Mai
Juli